Tierarztpraxis Creußen
Dr. Michael Wolf
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Karge Kost wirkt auch bei Hunden lebensverlängernd!

Hund "Hunde, die lebenslang eine kalorienreduzierte Kost erhalten, leben nicht nur länger, sondern haben auch weniger altersbedingte Erkrankungen"

Knapp mit allem Nötigen versorgt – so bleiben Nager, Rhesusäffchen und Fische gesünder und leben länger. Sogar für Fadenwürmer und Einzeller konnte dieser Zusammenhang in wissenschaftlichen Untersuchungen bereits festgestellt werden.

Nun ergab eine Studie von Forschern des Imperial College London in Zusammenarbeit mit dem Nestle Research Center (NRC) und Nestle-Purina, dass Ähnliches auch für Hunde gilt: 24 Hunde wurden dazu ein Leben lang beobachtet, die Hälfte erhielt eine Standard-Futterration, die andere Hälfte eine um 25% kalorienrduzierte Ration.

Die Hunde mit der reduzierten Ration lebten im Mittel 1,8 Jahre länger als die anderen Hunde.

Zudem hatten sie weniger Probleme mit alters- und ernährungsbedingten Erkrankungen wie Diabetes oder Osteoarthritis. Diese Erkrankungen tauchten zudem auch erst später auf. In ihrer Studie fanden die Forscher Unterschiede im Stoffwechsel der unterschiedlich ernährten Tiere. Die führen die Wissenschaftler zum Teil auf eine veränderte Darmflora zurück. So fanden sich bei den Hunden, die nicht kalorienreduziert ernährt wurden, erhöhte Werte aliphatischer Amine im Urin. Dies ist ein Hinweis auf zu geringe Cholin-Werte, die wiederum typisch sind für eine bestimmte Darmflora und mit Insulinresistenz und Übergewicht in Zusammenhang gebracht werden.

(Quelle: Metabonomic Investigationsnof Aging and Caloric Restriction in a Life-Long Dog Study; Journal of Proteome Research 2007, DOI: 10.1021/pr060685n.)

"BARFen" eine zur Zeit verbreitete, aber häufig fehlerhaft durchgeführte Fütterungsvariante für Hunde

Hund

"BARF" steht für "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" (engl. "Bones And Raw Food"). Bereits in der Erklärung des Begriffes kann man die Schwierigkeit dieser Fütterungsart erkennen.

Was ist biologisch und vor allem, was ist artgerecht. Nicht selten werden der BARF-Ration Ausgangsstoffe zugesetzt, die die wild lebenden Vorfahren unserer Hunde wohl kaum freiwillig in ihren Speiseplan aufgenommen hätten. Häufig sind die BARF- Rationen mangelhaft zusammengesetzt, so dass Fehlversorgungen mit durchaus dramatischen gesundheitlichen Schäden die Folge sein können. Des Weiteren müssen bei Rohfütterung von Fleisch und Innereien einige hygienische Aspekte beachtet werden.

Verschiedene Fleischsorten können im rohen Zustand krankmachende Keime enthalten. So kann besonders rohes Geflügelfleisch Salmonellen enthalten, an dem der Hund selber zwar selten erkrankt, aber diese Erreger wieder ausscheidet und so eine Gefahr für Kinder, alte oder immungeschwächte Personen darstellen kann. Schweinefleisch sollte ausnahmslos in erhitztem Zustand verwendet werden, da es durchaus die für Hunde und auch Katzen lebensbedrohlichen Erreger der Aujeszkyschen Krankheit enthalten kann.

Enthält die Ration auch Innereien von Wiederkäuern, die man im normalen Einzelhandel erworben hat, sollten keine Parasitenstadien enthalten sein. Ist die Herkunft aber unbekannt, können durch Einfrieren (24 h bei ca. -20°C) dieser Futterbestandteile, eventuell enthaltene Parasiten abgetötet werden.

Werden vor allem Fleisch und Schlachtnebenprodukte (z.B. Innereien) verwendet, kommt es trotz einer guten Aminosäurezusammensetzung und hohen Verdaulichkeit des Muskelgewebes zu einer in Bezug auf Mineralstoffe (Kalzium, Natrium,…) und Spurenelementen (Zink, Jod,…) unausgewogenen Ration. Außerdem ist dabei auch von einer Störung der mikrobiellen Besiedlung des Darmes und von Fehlgärungen auszugehen. Auch auf den richtigen (nicht zu wenig, aber auch unbedingt nicht zu viel) Gehalt besonders wichtiger Vitamine ist zu achten. So kann es besonders bei wachsenden Hunden bei schlechter Kalzium und Vitamin D3 Versorgung zu erheblichen Problemen des Knochenwachstums mit zum Teil nicht mehr zu behebenden Spätfolgen kommen.

Bei pflanzlichen Futterkomponenten muss bedacht werden, dass manche Gemüsesorten in rohem Zustand schlecht verdaulich sind und schädliche Inhaltsstoffe enthalten, die erst durch das Kochen inaktiviert werden (z. B. Phasin in rohen Bohnen). Einige Obst- und Gemüsesorten sollten generell gemieden werden, da sie toxisch sein können (Zwiebeln, Knoblauch, Avocado, Weintrauben, Macadamia- Nüsse).

Roher Fisch ist wegen eventuell enthaltener Parasitenstadien und pathogener Keime problematisch. Außerdem enthält er sogenannte Thiaminasen, die z.B. Vitamin B zerstören und so zu Mangelerscheinungen führen können. Eier in rohen Zustand können Salmonellen übertragen und enthalten das biotinbindende Avidin, sowie ein Enzym, welches die Proteinverdauung beeinträchtigt.

Was ist bei einer ausgewogenen BARF-Ration zu beachten?

Die Ration muss unbedingt alle erforderlichen Nährstoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, essenzielle Amino- und Fettsäuren und auch genug Faseranteile besitzen und sollte den Energiebedarf des Hundes genau decken. Spezielle Bedürfnisse wachsender oder kranker Hunde sind ebenfalls zu beachten.

Essenzielle Aminosäuren

In den meisten BARF-Rationen ist ein sehr hoher Fleischanteil enthalten, so dass der Bedarf an Aminosäuren normalerweise gedeckt sein sollte. Werden überwiegen Schlachtnebenprodukte mit hohem Knorpelanteil verfüttert, kann es allerdings zu einer Unterversorgung mit diesen Eiweißbausteinen kommen.

Essenzielle Fettsäuren

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit essenziellen Fettsäuren, sollte die Ration mit pflanzlichen Ölen (z.B. Raps-, Distel- oder Sonnenblumenöl) ergänzt werden.

Bei einigen chronischen Krankheiten ist es von Vorteil der Ration Lachsöl zuzusetzen.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Über den Zusatz von Knochenmehl deckt man gewöhnlich den Bedarf an Kalzium und Phosphor ab. Hierbei ist aber wiederum zu beachten das wachsende Hunde einen anderen Bedarf als ausgewachsene Hunde haben und speziell großwüchsige Rassen, vor allem in den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten eine Überversorgung mit Kalzium schlecht tolerieren.

Spurenelemente können über die Zufütterung von Innereien ergänzt werden. Speziell Leber enthält viele solcher Spurenelemente in allerdings erheblich schwankender Konzentration.

Kochsalz sollte ebenfalls ergänzt werden.

Vitamine und Faserbestandteile

Weizenkleie und viele Gemüsesorten enthalten genügen Faseranteile und auch Vitamine. Wie weiter oben aber schon erwähnt wurde, ist es notwendig bestimmte Gemüsesorten zu kochen um die Verdaulichkeit zu verbessern und Toxine zu inaktivieren. Leber enthält in der Regel genügend Vitamin A. Für die Resorption fettlöslicher Vitamine (A, E, D, K) sind der Ration genügend Fette zuzusetzen.

Die Gesamtration muss ein bestimmtes Verhältnis von verdaulichem Rohprotein und umsetzbarer Energie enthalten. Ausgewachsene Hunde benötigen ein Verhältnis von 12:1 g/MJ. In den meisten BARF-Rationen wird dieser Wert aufgrund des hohen Fleischanteiles nicht erreicht. Vor allem bei einigen chronischen Erkrankungen (Leber, Niere) kann der Überschuss an Rohprotein zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen.

Diesen Mangel an umsetzbarer Energie muss man durch Zusatz von Kohlehydraten (Kartoffeln, Reis, Nudeln, …)ausgleichen. Allerdings erfordert dies eine thermische Behandlung der Kohlenhydratquelle um den Stärkeanteil so aufzuschließen, dass es zu keiner Fehlverdauung mit der Folge von Durchfall kommt. Die teilweise vertretene Meinung, dass Kohlenhydrate der Gesundheit der Hunde abträglich sein sollen, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Es konnte bei dem Vergleich bestimmter Gensequenzen von Wölfen und Haushunden sogar nachgewiesen werden, dass sich unsere Hund im Laufe der Domestizierung besser an eine kohlenhydratreiche Ernährung angepasst haben.

Der sicherste und beste Weg eine ausgewogene BARF- Ration herzustellen, ist deren exakte Berechnung und die Kontrolle über ein sogenanntes BARF-Profil, welches von verschiedenen Laboren bereits angeboten wird.

Link zur Vetmed Uni Wien: www.futterambulanz.at